El Olivo

Ende September zeigt arte den spanischen Film »El Olivo«. Die Tragikomödie erzählt von der jungen Alma, die für ihren Großvater einen uralten, nach Deutschland verkauften Olivenbaum in die Heimat zurückholen will.

Seinen Anfang nahm der Film mit einer Zeitungsmeldung. Sie handelte von der Reise eines über tausendjährigen Olivenbaums, der in der Region des Bajo Maestrazgo ausgegraben und in den Norden Europas verschickt wurde, um dort einen Garten, eine Bank oder was auch immer zu schmücken.


Alma ist Anfang 20, rebellisch und impulsiv. Seit Jahren erlebt sie in ihrer spanischen Heimat, was der Immobilien- und Finanzcrash von 2007 im Leben ihrer Familie und in ihrem Umfeld angerichtet hat. So betreibt ihre Familie inzwischen eine große Hühnerfarm. Dagegen steht die Erinnerung an ihre glückliche Kindheit, an die Fröhlichkeit des Großvaters, den Zauber seines Olivenhains.

El Olivo - Szenenbild
Großvater Ramón zeigt der kleinen Alma wie man Olivenbäume pflanzt / © ARD / Degeto

Ihre ganze Liebe gilt ihrem Großvater, der nicht mehr spricht und zusehends im Nebel des Alters verloren geht, seit die Familie gegen seinen Willen den Hain samt einem uralten Olivenbaum, an dem sein ganzes Herz hing, verkauft hat.

Es war eine unglaubliche Erfahrung, diese uralten Bäume
zu sehen und zu spüren, was sie bedeuten. Sie sind wie lebende Landkarten. Jeder Baum hat seine Persönlichkeit, seine eigene Schönheit. Es geht dabei nicht nur um Naturdenkmäler, um ein Landschaftserbe, sondern um eine ganze Kultur.
ICíAR BOLLAíN (Regisseurin) über die Dreharbeiten im Bajo Maestrazgo

Alma beschließt zu handeln: Sie will den Olivenbaum nach Hause zurückholen, um so dem Großvater seinen größten Wunsch zu erfüllen. Doch der Baum steht längst als Symbol für Nachhaltigkeit eingetopft im Atrium eines Düsseldorfer Energiekonzerns.

El Olivo - Szenenbild
Almas ganze Liebe gilt ihrem Großvater Ramón, der nicht mehr spricht / © ARD / Degeto

Hals über Kopf stürzt sich Alma in eine Reise, die Don Quijote alle Ehre machen würde. Umso mehr, als die beiden Sancho Panzas, ihr schräger Onkel Alcachofa und ihr heimlich in sie verliebter Kollege Rafa, keine Ahnung davon haben, wie schwierig die Unternehmung ist, auf die sie sich da eingelassen haben.


Bei seiner Premiere auf dem Miami Film Festival wurde der Film von Regisseurin Icíar Bollaín (Und dann kam der Regen) mit Standing Ovations gefeiert. Anschließend stieg er als erfolgreichster spanischer Film auf Platz 3 in den spanischen Kinocharts ein und hielt sich dann über viele Wochen in den Top Ten.


Sendetermin arte

26. September 2018 um 20.15 Uhr
online von 26. September bis 03. Oktober 2018

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© ARD / Degeto