La Isla Minima – Mörderland

Mitte Juli zeigt arte den Film »Mörderland – La Isla Mínima«, der in die brütende Hitze Südspaniens entführt. Das mehrfach preisgekrönte Drama ist ein fulminanter Thriller, der ein schonungsloses Bild Spaniens kurz nach dem Ende der Franco-Diktatur zeichnet.

Großes europäisches Kino, mit atemberaubenden Luftaufnahmen des Mündungsdeltas des Guadalquivir: eine Landschaft wie gemalt, ein Sumpfdelta so verschlungen wie ein undurchdringliches Labyrinth.


Szenenbild - La Isla Minima - Mörderland
Pedro und Juan landen in einer andalusischen Kleinstadt / © Atipica-Films, Julio Vergne

Es ist das Jahr 1980. Zwei Madrider Polizisten werden in eine Kleinstadt in Andalusien geschickt. Hier in der Provinz ist die Zeit stehengeblieben, das Erbe Francos liegt bleiern über dem Land.

Die beiden Ermittler, Pedro und Juan, sind völlig verschieden. Der eine trinkt gern, der andere geht lieber früh ins Bett. Einer kann schießen, der andere nicht. Doch jetzt müssen sie gemeinsam im Marschland des Flusses Guadalquivir nach zwei verschollenen minderjährigen Schwestern zu suchen.

Szenenbild - La Isla Minima - Mörderland
Pedro und Juan müssen ihre Differenzen überwinden / © Atipica-Films, Julio Vergne

Überall stoßen die beiden Ermittler auf Hindernisse. In dem kleinen Dorf, über dem ein schwüler Himmel hängt, will niemand über die vermissten Mädchen reden und selbst der Vater weigert sich hartnäckig zu kooperieren …


Regisseur Alberto Rodríguez (Kings of the City, 7 Jungfrauen) konfrontiert seine desillusionierten Charaktere mit der Weite der radikal öden Landschaft, in der sich die Verbrecher verstecken und sich die Polizisten verlieren. Ein faszinierendes Sittenbild eines zerrissenen Landes.


Sendetermine arte

© Atipica-Films / Julio Vergne