Paul Auster – Was wäre wenn

Mit der Dokumentation über Paul Auster setzt arte seine Reihe über US-amerikanische Schriftsteller fort. Der Film richtet den Blick auf Austers politische Seite und zeigt, wie der Künstler um ein demokratisch geführtes Amerikas kämpft.

Wegbegleiter wie der Regisseur Wim Wenders und der Künstler Sam Messer kommen ebenso zu Wort wie seine Frau Siri Hustvedt, wichtigste Kritikerin und erste Leserin seiner Werke seit mehr als 30 Jahren. Gemeinsam mit Paul Auster bezieht die Schriftstellerin Stellung gegen Trumps »Make America Great Again«-Politik.


Paul Auster während der Studentenunruhen von 1968 New York / © Contemporary Films

Was wäre, wenn Archie Fergusons Großvater den Namen Rockefeller nicht vergessen hätte, als er vor 100 Jahren in einer Warteschlage vor den Toren New Yorks stand? Und was wäre dann aus ihm, dem jungen Ferguson, geworden, der – wie sein Autor 1947 geboren – in einer jüdischen Familie in New Jersey aufwuchs?

Mit dieser Frage spielt der amerikanische Bestsellerautor Paul Auster nicht zum ersten Mal. In seinem Roman »4 3 2 1« lässt er seinen Protagonisten gleich viermal ein Leben leben. In den raffiniert verwobenen Lebensläufen der vier Archie Fergusons schimmert Austers eigene Biografie immer wieder durch.

»4 3 2 1« ist Paul Austers umfangreichstes Werk und Opus magnum. Der Schriftsteller nennt es das Buch seines Lebens, denn alle seine großen Themen, das Streben nach Glück, die Rolle des Zufalls, Politik und Zeitgeschichte von Hiroshima bis Vietnam, sind hier versammelt und verdichtet in den hoffnungsvollen Lebenswegen eines jungen Mannes, der sein Glück in der Welt zu finden sucht.


Die Regisseurin Sabine Lidl trifft den Autor zu einem sehr persönlichen Gespräch in Brooklyn in New York. Auster gibt tiefe Einblicke in seine eigene Kindheit und Jugend, aber auch in dunkle Familiengeheimnisse. Die Dokumentation verbindet Textstellen aus »4 3 2 1« mit Austers eigener Biografie und erschafft so einen spannenden Dialog zwischen dem Autor und seiner fiktiven Figur.


Sendetermine arte

Mittwoch, 13. Februar 2019 um 21.50 Uhr
online von 13. Februar bis 14. Mai


© Levy / Medea Film / © Contemporary Films