Dein Weg

Pyrenäen, See, Wolken
Daniel wird von einem Gewitter überrascht

Der amerikanische Augenarzt Tom Avery reist nach Frankreich, um in den Pyrenäen einer traurigen Pflicht nachzukommen: er muss die Leiche seines Sohnes Daniel identifizieren, der auf dem Jakobsweg tödlich verunglückte. Ungeduldig wartet Avery auf den Abschluss der Formalitäten.

Tom und Daniel hatten sich in den letzten Jahren überworfen, das Band zwischen Vater und Sohn war brüchig geworden. Tom bereut dies zutiefst und trauert auch um die verpassten Chancen. Ein Gespräch bringt ihn auf eine neue Idee: er will Daniels Vorhaben vollenden und ihm zu Ehren den „Camino“ gehen. Die Asche seines Sohnes will er dabei am Wegesrand verstreuen.

Jakobsweg, Camino de Santiago
Tom will für Daniel den Camino gehen

Tom bricht allein auf, aber unterwegs lernt er andere Pilger kennen, von denen sich einige ihm anschließen möchten: der freundliche Holländer Joost, der unbedingt abnehmen will, die harsche Sarah, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann flieht und der selbstbewusste Jack, der als Reiseautor arbeitet.

Tom weist zunächst alle Freundlichkeiten brüsk zurück. Aber nach und nach bildet sich eine Schicksalsgemeinschaft, die mit neu aufkeimender Lebensfreude gemeinsam den Weg nach Santiago de Compostela geht.

Altstadt, Jakobsweg
Unterwegs lernt Tom andere Pilger kennen

Pilgern mit Tiefsinn und Humor

Regisseur Emilio Estevez, dessen Großvater aus der Nähe von Santiago de Compostela stammt, setzte dieses Geschichte über Verlust, Trauer und das Bedauern leise und ohne sentimentale Effekthascherei in Szene. Martin Sheen überzeugt als der verschlossene Augenarzt Tom Avery, der sich nach dem Tod seiner Frau nur noch für seine Arbeit lebte und dabei unmerklich den Kontakt zu seinen Mitmenschen verlor.

Der Film thematisiert die vielfältigen Gründe, die Menschen auch jenseits von Religiosität auf den den Pilgerweg führen. Die ungleichen Charaktere befördern die Situationskomik, was die Story mit einer angenehmen Prise Leichtigkeit würzt.

Der Film wartet mit herrlichen Landschaftsaufnahmen auf, von den Gebirgszügen der Pyrenäen, den Mühen der Ebenen und Impressionen aus den Pilgerorten am Rande des Weges. Und wenn Tom Avery zum Schluss seine Reise freiwillig verlängert, um nach Muxia an den Atlantik zu pilgern, folgt man ihm gern auch auf diese letzte Etappe.

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