Die unsichtbaren Stimmen

BuchcoverPajarita kommt aus einfachen Verhältnissen und lebt im ländlichen Uruguay, in Tacuarembó. Als sie heiratet, zieht sie mit ihrem Ehemann nach Montevideo.

Doch in der Großstadt sind die Verhältnisse rau und ihr Glück trübt sich schnell. Der Ehemann verschwindet monatelang von der Bildfläche und Pajarita ist mit vier Kindern auf sich allein gestellt.

Ihre schöne Tochter Eva muss schon als junges Mädchen Geld verdienen und arbeitet als Schuhverkäuferin bei einem Freund des Vaters. Doch der verlangt bald mehr als ihre Arbeitskraft. Als er Eva vergewaltigt, flieht sie aus dem Schoß der Familie und geht mit ihrer großen Liebe nach Buenos Aires.

Jahre später kehrt Eva als gut situierte Frau mit ihrem Mann und ihrer Tochter Salomé nach Uruguay zurück. In den Sechzigerjahren spricht man von Che Guevara und Fidel Castro, es ist die Zeit der Revolutionen und der großen Hoffnungen.

Uruguay
Pajarita zieht vom Land in die Stadt

Doch in Uruguay steht die Wirtschaft am Abgrund und das Militär bereits in den Startlöchern. Evas Tochter Salomé schließt sich dem Untergrund an und kämpft mit den »Tupamaros« gegen die Militärdiktatur

Eine Familiengeschichte Uruguays

Das Debut von Carolina de Robertis ist ein epischer Roman, der über drei Generationen vom Leben in Uruguay erzählt. Die Hauptfiguren Pajarita, Eva und Salomé – Großmutter, Tochter und Enkelin – schaffen es aus einfachen Verhältnissen zu bescheidenem Wohlstand.

Es sind selbstbewusste, eigenständige Frauen, denen es gelingt, mit den Konventionen ihrer Zeit zu brechen. Ihre Lebenswege sind mehrfach gebrochen, zerrissen zwischen Hausarbeit, Kindern und Geldverdienen, Verpflichtung und Neigung, Ehe und Liebe. Eva überquert mehrfach den Río de la Plata, lebt in Montevideo und Buenos Aires, kehrt der Familie den Rücken und bleiben ihr dennoch verbunden.

Buenos Aires
In Buenos Aires gehört Eva als Dichterin zur Bohème

Mit allen Sinnen erzählt der Roman vom kargen Landleben, der schillernden Bohème in Buenos Aires, der Freiheit in der Ära Perón und dem Abgleiten Uruguays in die Diktatur.

Und schließlich schildert Salomé die dunkelsten Zeiten der uruguayischen Geschichte, sie berichtet vom Widerstand, den endlosen Jahren hinter Gefängnismauern und dem mühsamen Weg zurück ins Leben.

Ein vielschichtiger und sinnlicher Roman – in der Tradition großer südamerikanischer Erzählerinnen wie Isabel Allende – und ein farbenprächtiges Sittengemälde Uruguays.

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