Nachtzug nach Lissabon

Portugal, Lissabon, Panorama
Gregorius folgt den Spuren von Amadeu de Prado

Mitten in der Schulstunde bricht Raimund Gregorius aus seinem langweiligen Leben aus. Der Lateinlehrer verlässt das Schulgebäude in Bern und fährt, von einem Zufall getrieben, mit dem Nachtzug nach Lissabon.

Er bezieht Quartier in einer bescheidenen Pension und bittet den Wirt um Mithilfe bei seiner Mission: Er ist auf der Suche nach dem Schriftsteller Amadeu de Prado, Autor des Buches »Ein Goldschmied der Worte«. Sein Gastgeber sucht ihm die Adresse heraus und Gregorius begibt sich zum Haus der Familie de Prado.

Dort trifft er auf Adriana, Schwester des Gesuchten, die ihn abweist und sagt, ihr Bruder sei nicht zu Hause. Gregorius bleibt hartnäckig und erhält einen geflüsterten Tipp vom Personal, der ihn schließlich an das Grab des Autors führt. Amadeu de Prado verstarb bereits 1973, gut drei Jahrzehnte bevor Adriana das Buch ihres Bruders posthum publizierte.

Portugal, Lissabon, Pflaster
Der alte João berichtet von finsteren Zeiten

Gregorius wird kurz darauf von einem Radfahrer angefahren, seine Brille zerbricht und er benötigt Ersatz. Dabei lernt er die Augenärztin Mariana kennen, die ihn mit ihrem Onkel João bekannt macht. Der betagte Mann lebt in einem Altersheim, er war ein enger Freund Amadeus und kämpfte gemeinsam mit ihm gegen die Diktatur Salazars.

Der zittrige alte João fasst Vertrauen zu Gregorius und er legt Zeugnis ab:  Es ist die Geschichte von João und seinen Freunden Amadeu, Jorge und Estefânia, vier mutigen Freunden im Widerstand, die sich gegenseitig in ein tödliches Netz verstrickten …

Spannung statt Philosophie

Die teils langatmigen philosophischen Betrachtungen der Romanvorlage von Pascal Mercier übersetzte der Film in Gespräche, die Macher des Films strafften die Handlung beherzt auf das visuell Darstellbare.

Dem Spannungsbogen kam das zugute, der Schwerpunkt verschob sich. Eine innere Reise wurde zu einem Spaziergang durch die Stadt Lissabon, der eine Geschichte von Mut, Freundschaft und Liebe in düsteren Zeiten erzählt.

Trailer

Neben dem in Rückblenden geschildertem dramatischen Hauptplot erzählt der Film zwei Liebesgeschichten, eine leidenschaftliche, vergangene und eine sich zart entwickelnde gegenwärtigen Romanze.

Regisseur Bille August verfilmte den Bestseller mit einer hochkarätigen Besetzung: Jeremy Irons spielt Raimund Gregorius, Charlotte Rampling (Swimming Pool, Broadchurch) Amadeus verhärmte Schwester Adriana, Burghart Klaußner den erzkonservation Richter de Prado, August Diehl und Bruno Ganz den jungen und alten Jorge, sowie Martina Gedeck in der Rolle der Augenärztin Mariana.

Der Film setzt Lissabon gekonnt in Szene, zeigt herrliche Panoramen der Stadt am Meer. Und Anette Focks komponierte einen großartigen Soundtrack, der die leicht schwermütige Stimmung des Films gefühlvoll unterstreicht.

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