Sturmflut

Amsterdam im Winter
Die Schwestern Lidy und Armanda leben in Amsterdam

Schicksalstausch zweier Schwestern: Armanda soll am Wochenende ihr Patenkind in Zeeland besuchen, während ihre Schwester Lidy mit Ehemann Sjoerd auf eine Party gehen will.

Aus einer Laune beschließen die beiden ihre Rollen zu tauschen. Armanda bleibt in Amsterdam, Lidy fährt in den Süden Hollands und gerät in die historische Sturmnacht des 31. Januars 1953.

Als Lidy abends auf der Insel Schouwen-Duiveland eintrifft, drohen dort bereits die Deiche zu brechen. Gemeinsam mit dem Deichvogt und dem Vater des Patenkindes bricht Lidy in die stürmische Nacht auf, um Menschen vor der drohenden Flut zu warnen.

Die drei läuten die Kirchenglocken, rütteln Schlafende wach und retten sich schließlich selbst auf einen Dachboden. Mit einem Seil und einer Stalltür versuchen sie andere aus den reißenden Fluten zu retten.

Während Lidy verzweifelt um ihr Leben kämpft, vergnügt sich Armanda daheim mit ihrem Schwager Sjoerd, den sie schon lange heimlich und schwärmerisch liebt …

Eine Nacht und ein ganzes Leben

Nordsee
Über der Nordsee braut sich ein Sturm zusammen

Die Flutkatastrophe von 1953 gilt als die schwerste Nordsee-Sturmflut des 20. Jahrhunderts. Sie verwüstete große Teile der niederländischen, belgischen und englischen Küste und forderte allein in Zeeland mehr als achthundert Todesopfer.

Mit ungeheurer Intensität entführt Margriet de Moor ihre Leser in die winterliche Sturmnacht des 31. Januar 1953: Bei Windstärke zwölf fegt der Orkan Häuser wie Streichholzschachteln hinweg, wirft Fischerboote wie Spielzeug über Kaimauern und unterspült die Deiche mit unbezähmbarer Kraft.

Die Autorin schildert die Ereignisse mit großer emotionaler Wucht und folgt Lidy in eine stockdunkle Nacht, in der Mauern unheimlich knirschen und Holzbalken unter entsetzlichen Krachen bersten. Schließlich verwischen sich Lidys Spuren in den Fluten und bleiben auf immer mit Armanda verbunden, die nach und nach den Platz ihrer verschwundenen Schwester einnimmt. Armanda lebt ein Leben, das nicht ihres zu sein scheint.

Blick aus einem US Helikopter auf das überflutete Zeeland
1953: Blick aus einem US Helikopter auf Zeeland

Die beiden Handlungsstränge sind geschickt miteinander verknüpft, virtuos stellt der Roman eine Nacht und ein ganzes Leben gegenüber. Die äußere Katastrophe spiegelt die großen Fragen des Lebens, in denen es um Zufall und Schicksal, Identität und Verlust geht.

»Sturmflut« ist ein spannender Roman mit viel Lokalkolorit. Zeeland-Urlauber werden die kleinen Orte rund um Zierikzee wiedererkennen und ein Gefühl dafür bekommen, was es bedeutet, wenn ein Land unter dem Meerespiegel liegt. Nicht umsonst heißt das Heimatland von Margriet de Moor »die Niederlande«.

Ein tolles Buch, das eine mitreißende Naturschilderung mit der Geschichte eines langen Frauenlebens verknüpft.

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