Kleines Land

Gabriel verlebt eine unbeschwerte Kindheit in Burundi

Der kleine Gabriel pflückt Mangos von den Bäumen und spielt nachmittags mit Gino, Armand und den Zwillingen am Ende der Sackgasse. Mit den Eltern und seiner jüngeren Schwester Ana lebt Gabriel in Bujumbura, der Hauptstadt Burundis.

Der Vater Michel ist ein französischer Bauunternehmer, die Mutter Yvonne stammt aus Ruanda. Gabriel und Ana sind französische Staatsbürger, sie wachsen mit Kindern von Diplomaten auf und besuchen die französische Schule.

Der Haushalt wird vom Koch Prothé geführt. Innocent und Donatien sind Angestellte des Vaters und gehen der Familie auch privat zur Hand. Von Zeit zu Zeit besucht die Familie Freunde und Verwandte, die in Burundi, im Kongo und in Ruanda leben. Gabriel liebt vor allen seine Onkel Alphonse und Pacifique.

In Kigali besucht die Familie Yvonnes Verwandte

Yvonnes jüngerer Bruder, Pacifique, sieht gut aus und ist der Schwarm aller Frauen. Er singt leidenschaftliche Lieder, die er auf der Gitarre begleitet. Der ältere Alphonse ist Ingenieur, immer lässig und zu Scherzen aufgelegt.

Doch die unbeschwerten Tage weichen einer bedrohlichen Spannung. Die Erwachsenen tuscheln über bedrohliche Vorfälle und der Vater erklärt Gabriel den Unterschied zwischen Hutu und Tutsi.

Onkel Alphonse meldet sich zur ruandischen Befreiungsfront und kurz darauf zieht auch Pacifique in den Krieg …

Mangos aus Nachbars Garten

Gabriels Clique klaut Mangos aus dem Nachbargarten

Gaël Faye erzählt von seiner Kindheit in Burundi. Die Geschichte seiner multikulturellen Familie lässt die Schrecken des ruandischen Bürgerkriegs erahnen. Ein Gemetzel, das in Windeseile auch die Nachbarländer heimsuchte und das Gabriels Mutter den Verstand raubte.

Das Buch ist aus dem arglosen Blickwinkel eines Kindes geschrieben, über weite Strecken gibt es sich heiter und unbeschwert. Die Erlebnisse von Gabriel und seiner Clique erinnern bisweilen an die Abenteuer des »Kleinen Nick«, verlagert an den exotischen Schauplatz eines kleinen afrikanischen Landes.

Aus Bananenstauden bauen die Jungs eigene Flösse

In Bujumbura bauen die Jungen Flöße aus Bananenstauden und klauen Mangos aus Nachbars Garten. Gabriel beobachtet gern die »Bananen-Kamikazes«: Lastenfahrräder, voll bepackt mit Bananen oder Kohlen, dessen Fahrer im Affentempo die Berge hinab rasen.

Erst in den letzten Kapiteln erreicht der grausame Bürgerkrieg auch Gabriels Welt. Mutter Yvonne geht nach Ruanda und muss ihre massakrierten Angehörigen allein und mit den eigenen Händen begraben.

Ihre Seele verdunkelt sich für immer und als sie heimkehrt wird sie zur Gefahr für die kleine Ana. Der Vater versucht seine Kinder vor dem Unheil zu beschützen, doch schließlich erreicht der Tod auch die abgeschottete Sackgasse.

Song von Gaël Faye: Petits Pays

Der Musiker Gaël Faye verarbeitet die Ereignisse seiner Kindheit in seinen Songs. Eines seiner Stücke trägt den Titel des Romans »Petits Pays« (deutsch »Kleines Land«).

Der Dokumentarfilm »Quand deux fleuves se recontrent« (deutsch »Wo zwei Flüsse sich treffen«) begleitet Gaël Faye bei einer Tournee, die ihn zurück nach Burundi und Ruanda führt.

Der Autor Gaël Faye hat sich die Sehnsucht nach seinem Land und seiner Familie mit diesem Roman von der Seele geschrieben.

Der humorvolle Grundton lässt das Grauen des Bürgerkrieges nur andeutungsweise hervorblitzen und macht das Buch – trotz seines Themas – zu einer beschwingten, gehaltvollen und dennoch leicht verdaulichen Lektüre.

Ein Buch über die Unbeschwertheit der Kindheit, die Schönheit Afrikas und den Verlust der Heimat.

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