The Square

Szenenfoto - The Square
Christian erläutert den Kunstbegriff / © Alamode

Christian ist der smarte Kurator eines großen Museums in Stockholm. In Kürze wird er die Ausstellung »The Square« eröffnen. Das namensgebende Kunstwerk ist eine Lichtinstallation, ein leuchtendes Quadrat, eingelassen in das Pflaster des Museumsvorplatzes.

Das magische Band soll als Schutzzone dienen, wer sich hineinstellt, kann die Hilfe seiner Mitmenschen erbitten. Es ist ein Kunstprojekt, das die nachlassende Solidarität innerhalb der Gesellschaft hinterfragt.

Szenenfoto - The Square
Michael und Christian schmieden ein Plan / © Alamode

Als Christian von zwei Trickbetrügern auf der Straße ausgeraubt wird, stellt dies seine moralischen Überzeugungen auf eine harte Probe. Er ortet das gestohlene Smartphone in einem Problemviertel Stockholms und sinnt auf einen Weg, es zurückzubekommen.

Mit seinem Assistenten Michael leert er abends eine Flasche Rotwein, gemeinsam steigern sie sich in einen Rachefeldzug hinein. Der Plan geht auf, Christian erhält das Diebesgut anonym zurück.

Doch dann wird Christian von einem Unbekannten bedroht und sein kultivierter Lifestyle gerät gehörig aus den Fugen …

Vom Kunstwerk zum Film

Szenenfoto - The Square
Das Quadrat ist eine Zone der Wertschätzung / © Alamode

Nach »Höhere Gewalt« wirft Regisseur Ruben Östlund erneut die Frage auf, wie es in unserer Gesellschaft um die Hilfsbereitschaft bestellt ist. Der Film ist eine unterhaltsame und kluge Satire, die den Bildungsbürger Christian in einzelnen Episoden porträtiert.

Christian ist smart und lässig, er wird von Feuilleton und den Kollegen hofiert. Seine beiläufigen Posen studiert er vor dem Spiegel ein, seine sympathischen Versprecher sind feinstes rhetorisches Kalkül. Christian ist reflektiert, er gibt sich charmant und kann zugewandt sein – um unvermittelt berechnend und kalt zu agieren.

Der Film setzt auf die kleinen Gesten, um Christians Verhalten zu hinterfragen. Es sind die kurzen Momente höchster Anspannung, welche seinen Moralkodex als biegsam entlarven. Wertschätzung wird zum dehnbaren Begriff, Christian bemüht sich noch nicht einmal, die Namen seiner engsten Mitarbeiter zu erfragen.

Szenenfoto - The Square
Christians Interesse an Anne ist abgeflaut / © Alamode

Der Film unterhält glänzend, auf eine manchmal verstörende Art. Er hält den eigenen Unzulänglichkeiten einen Spiegel vor – und bleibt gerade deshalb noch lange im Gedächtnis haften. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde er mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

Haupdarsteller Claes Bang (Die Brücke) überzeugt als durchaus sympathischer Kulturmanager Christian, Elisabeth Moss (Top of the lake) spielt die Journalistin Anne, deren Affäre mit Christian in eine urkomische Bettszene mündet.

Trailer

Die Idee zu »The Square« kam Regisseur Ruben Östlund während der Recherchen zu einem Film über Raubüberfälle unter Kindern. Er beschäftigte sich dabei intensiv mit dem Problem des »Bystander-Effektes«: dem Wegschauen, das Menschen davon abhält, anderen in Notsituationen beizustehen.

Das Kunstprojekt »The Square« existiert in der Realität, es wurde im Vorfeld des Filmes von Ruben Östlund gemeinsam mit Kalle Boman entwickelt.

Die Arbeit wurde zuerst im Vandalorum Museum in Südschweden gezeigt, das leuchtende Quadrat ist heute eine permanente Installation auf dem zentralen Platz der Stadt Värnamo.

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