Caramel

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Layale gibt ihren Kundinnen den letzen Schliff / © Alamode

In Beirut betreibt die schöne Layale einen Beautysalon. Dort treffen sich immer wieder die gleichen Frauen, die zwischen Haarschnitten und Kosmetikbehandlungen über die Liebe und das Leben sprechen.

Die erste Kundin des Tages ist meist Jamale, deren Falten durch zahllose Liftings glatt gebügelt sind. Vom Mann verlassen, die erwachsenen Kinder längst aus dem Haus, will Jamale nun Schauspielerin werden und fiebert einem Vorsprechen rastlos entgegen.

Layales burschikose Mitarbeitern Rima ist noch auf der Suche nach der großen Liebe. Im munteren Trubel des Schönheitssalons bleibt sie stets gelassen, bis eines Tages eine unbekannte Schöne das Geschäft betritt.

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Nisrine kassiert schon wieder einen Strafzettel / © Alamode

Ihre Kollegin Nisrine hat das Glück bereits gefunden. In ein paar Tagen wird sie heiraten, einen attraktiven, liebenswürdigen und verständnisvollen Mann. Bleibt nur noch das Problem mit der Hochzeitsnacht, denn Nisrine ist längst keine Jungfrau mehr.

Layale selbst hat Rabih, ihren verheirateten Geliebten. Sehnsüchtig hofft sie darauf, endlich eine ganze Nacht mit ihm zu verbringen. Ein unrealistischer Traum, denn Layale wohnt noch bei ihren Eltern. Wild entschlossen versucht sie ein Hotelzimmer zu mieten, ein skandalöses Verhalten für eine unverheiratete junge Frau.

Und als ob das nicht kompliziert genug wäre, taucht plötzlich auch noch Rabihs bildhübsche Ehefrau Christine in Layales Salon auf …

Ein sinnliches Leinwandmärchen

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Layale telefoniert heimlich mit ihrem Geliebten / © Alamode

Das Kinodebüt von Regisseurin Nadine Labaki ist eine sinnliche und ein warmherzige Komödie, die vom Alltag ganz unterschiedlicher Frauen in Beirut erzählt.

Die jungen Mitarbeiterinnen des Salons leiden vornehmlich an der Liebe, suchen ihr Schlupfloch in einem Gespinst starrer Konventionen, während die ältere Jamale gegen das Altern und die Einsamkeit ankämpft.

Und dann ist da noch Rose, eine ältere Dame, die direkt neben Layales Geschäft wohnt. Rose arbeitet als Schneiderin und lebt mit ihrer geistig verwirrten Schwester zusammen. Ihr zuliebe hat Rose auf eine eigene Familie verzichtet, aber als der elegante Charles in ihr Leben tritt, kommt ihre Standhaftigkeit ins Wanken.

In den lose miteinander verwobenen Episoden schildert der Film Wendepunkte im Leben der Hauptfiguren, in denen es um Liebe und Verantwortung geht, um Tradition und Moderne, um Christentum und Islam.

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Rose träumt von einem Neuanfang / © Alamode

Nadine Labaki behielt für ihren Film alle Fäden in der eigenen Hand: sie schrieb das Drehbuch, führte Regie und auch die Hauptrolle spielte sie selbst. Das übrige Ensemble besteht aus Laienschauspielern, die mit Frische und einer natürlichen Präsenz überzeugen. Gedreht wurde in Beirut, wo sich die Regisseurin von einem echten, sehr schönen ausgestatteten Salon inspirieren lies.

Der Film war in seiner Heimat überaus erfolgreich, wurde in 2007 zum Publikumsliebling in Cannes und gewann den Publikumspreis auf dem Filmfestival in San Sebastian. Der betörende Soundtrack von Labakis Ehemann Khaled Mouzanar wurde ebenfalls in Cannes ausgezeichnet.

Eine bezaubernde Tragikomödie, die einen Blick in den Alltag libanesischer Frauen erlaubt. Unterhaltung mit Tiefgang, zum Dahinschmelzen schön inszeniert.

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