Nachsommer

Olof und Carl verbringen die Kindheit in den Schären

Olof und Carl sind Geschwister. Der ältere Olof ist ängstlich, Carl ein selbstbewusster Draufgänger. Zeitlebens stand Olof im Schatten seines jüngeren Bruders, bis dieser unerwartet die Heimat verließ. Carl kehrte Finnland den Rücken, emigrierte mit seiner jungen Frau in die USA und machte Karriere.

Jetzt liegt die Mutter daheim im Sterben. Nach Jahrzehnten der Funkstille machen sich Olof und Carl auf den Weg ins das Sommerhaus in den Schären, wo die Mutter um ihren letzten Atemzug ringt. An ihrer Seite ist Tom, langjähriger Freund und treuer Gefährte.

In der spätsommerlichen Schärenlandschaft treffen die Familienmitglieder aufeinander. Olof lernt seine beiden Neffen kennen und freut sich über das Wiedersehen mit Klara, von der er vor Jahren so abrupt Abschied nehmen musste.

Das Sommerhaus birgt für Olof dunkle Erinnerungen

Alte Konflikte brechen auf und die längst überwundenen geglaubten Rivalitäten, Fehler und Versäumnisse gewinnen ein zweites Mal an Gewicht.

Während einer Bootstour kommt es zum Eklat und Olof läuft seinem Bruder erneut ins Visier …

Vom Lieben und geliebt werden wollen

Johann Bargum lebt im südfinnischen Espoo und siedelt seinen Roman in der weitläufigen südfinnischen Schärenlandschaft an, nahe der Hauptstadt Helsinki.

Dort lebt und arbeitet auch die Hauptfigur Olof, dessen Familie ein Landhaus mit Plumpsklo in den Schären besitzt. Olof und sein Bruder haben dort ihre Kindheit verbracht, gemeinsam mit der verwitweten Mutter und dem Nachfolger des früh verstorbenen Vaters: »Onkel« Tom.

Olof und Klara erinnernt sich an jenen Sommer

In Rückblenden erzählt der Roman vom freudlosen Leben Olofs, der Ältere und dennoch Schwächere, den der jüngere Carl schon früh triezt und malträtiert. Carl schwärzt Olof immer wieder bei der Mutter an, die Olof übergeht und sich ihren »guten« Sohn zuwendet. Tom ist der einzige, der Olof freundlich begegnet, aber der Junge sieht in ihm den illegitimen Nachfolger des verstorbenen Vaters. Mit Tricks versucht er Tom von der Insel zu vertreiben.

In »Nachsommer« geht es um Liebe, Gleichgültigkeit und Verachtung in der Familie. Immer wieder reicht Olof seinem Bruder die Hand und jedes Mal wird er aufs Neue zurückgestoßen. Sogar das Testament der Mutter wird für Olof zur einer Schmach, welche der ungeliebte Tom ein wenig abzumildern vermag.

Bei einem Bootsausflug verliert Carl die Beherrschung

Tom wäre gern mehr für die Mutter gewesen, Olof gern mehr für Mutter und Bruder. Und Carl? Vielleicht ein wenig mehr für seine Frau Klara. So kann das Leben laufen, jenseits aller Familienidyllen: wir können lieben, uns anstrengen, im rechten Moment zur Stelle sein. Und dennoch gibt es keine Garantie, zurück geliebt zu werden.

»Nachsommer« ist ein kurzer Roman, der die Konflikte und Gefühle der Beteiligten andeutet, ohne alles Geschehene zu Ende zu erzählen. Ein Buch wie ein impressionistisches Gemälde, das sich auf die groben Linien und die Stimmung konzentriert.

Eine fein beobachte Familiengeschichte, knapp und prägnant erzählt, welche leise nachhallt.

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