Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

Sag den Wölfen ich bin zu Hause, Buchcover

New York in den Achtzigerjahren. June Elbus ist eine Außenseiterin, sie trägt klobige Stiefel und liegt mit ihre älteren Schwester Greta im Clinch.

Ihre Eltern sind Buchhalter und während der Steuersaison im Dauerstress. Und die Saison währt nahezu das ganze Jahr.

Junes Onkel, der berühmte Maler Finn Weiss, ist der einzige, der June jemals verstanden hat. Der einzige, in dessen Gegenwart sie sich wohl fühlte. Aber Finn ist jetzt tot.

Gestorben an einer mysteriösen Krankheit, deren Namen man nicht aussprechen darf. In einem Apartment, das man nach seinem Tod nicht mehr betreten darf. June ist am Boden zerstört.

Doch am Tag von Finns Beerdigung ändert sich etwas. Auf dem Friedhof bemerkt June einen scheuen jungen Mann, der sich abseits hält. Ein paar Tage später bekommt sie ein geheimnisvolles Päckchen.

Darin befindet sich die wunderschöne Teekanne aus Finns Apartment und eine Nachricht von Toby, dem Fremden. Wie sich herausstellt, ist June nicht die Einzige, die sich ein Leben ohne Finn nicht vorstellen kann.

Manhattan, New York
Finn bewohnt ein Apartment auf der Uppper West Side

Zunächst ist June misstrauisch, doch nach und nach entwickelt sich zwischen Toby und ihr eine komplizierte Freundschaft

Mitten ins Herz

Die Geschichte von June, die mit ihrer gesamten Familie hadert, ist ein fein beobachtetes Gesellschaftsportrait der Achtzigerjahre und eine gefühlvolle Coming-of-Age-Geschichte. Es war die Zeit, in der die meisten das Wort »Aids« nicht einmal auszusprechen wagten, geschweige denn, das Geschirr mit einem Erkrankten zu teilen.

Central Station, New York
June trifft Toby an der Grand Central Station

An manchen Tagen liegt eine bleierne Schwere über Junes Familie, die sich aus vagen Andeutungen, nicht zu Ende gesprochenen Sätzen und hastig verschlossenen Türen speist. Und die mit falscher Munterkeit übertüncht werden soll. Sowohl June als auch Greta rebellieren dagegen, jede auf ihre eigene, selbstzerstörerische Art.

Carol Rifka Brunt hat einen vielschichtigen Roman geschrieben, der von Vorurteilen und Unwissenheit, von Missverständnissen und Rivalitäten erzählt. Und von dem zutiefst beschämenden Gefühl, den eigenen Onkel auf die falsche Art gemocht zu haben. Denn June war heimlich in Finn verliebt.

The Cloisters, New York
The Cloisters ist Junes Lieblingsort

Ein Buch, das mitten ins Herz trifft. Mit Momenten bohrenden Schmerzes, abgrundtiefer Einsamkeit und dem wärmenden Gefühl, Trauer teilen zu können.

Wunderbar übersetzt von Frauke Brodd, als Hörbuch großartig gelesen von Jodie Ahlborn. Große Leseempfehlung!

The Cloisters ist einer der zentralen Schauplätze des Buches. Es ist der Sehnsuchtsort Junes, an dem sie sich gemeinsam mit Finn in eine andere Welt träumte. Die mittelalterlich anmutende Anlage wurde aus aus Architekturfragmenten europäischer Klöster gebaut. Sie befindet sich nahe der Nordspitze von Manhattan, auf einem Hügel oberhalb des Hudson Rivers und ist eine Zweigstelle des Metropolitan Museum of Art.

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