Ost-Berlin, Sommer 1960. Georg malocht auf dem Bau, da trifft überraschend eine Studienzusage für ihn ein. An der Uni begeistert er sich für Kybernetik, mit seinen Kommilitonen Roland und Marlies will er die starre Planwirtschaft reformieren.
Doch der Staat reagiert mit Denkverboten.
Roland setzt sich daraufhin in den Westen ab, Marlies und Georg geraten ins Visier der Stasi. Für Marlies ist es das Ende ihrer akademischen Laufbahn, sie arbeitet fortan in der Produktion.
Jedza wächst in den 80er-Jahren in Simbabwe auf, in einem Kaff namens Miner’s Drift. Seine Eltern sind streng und katholisch, die Mutter prügelt ihn mit dem Gürtel. Oft flüchtet sich Jedza zu seiner älteren Schwester Natsai, die glaubt, von einem Wassergeist gezeichnet worden zu sein.
Jedza ist sieben Jahre alt, als er mit ansehen muss, wie sein bester Freund bei einem Fahrradunfall auf den Bahngleisen stirbt.
Dijana und ihre jüngere Schwester Dada wachsen in Sarajevo auf. Dada ist zart, liebt das Ballett und wird in der Familie »Schneeflöckchen« genannt. Die selbstbewusste Dijana dagegen nennt der Vater stets »Sohn«.
1992, als die Stadt belagert wird, sind die Schwestern achtzehn und sechzehn Jahre alt. Lebensmittel werden knapp, im Stadtzentrum terrorisieren Heckenschützen Passanten.
Und doch geht das Leben irgendwie weiter.
Sashi stammt aus Sri Lanka und ist Tamilin, in Jaffna wächst sie in einer bürgerlichen Familie auf. Sie möchte Ärztin werden, so wie ihr Großvater und ihr ältester Bruder Niranjan. Der Vater ist selten zu Hause, Sashis Mutter regelt den Alltag allein.
1983, als mit den Anti-Tamilen-Pogromen des Schwarzen Juli der Bürgerkrieg ausbricht, ist Sashi siebzehn Jahre alt. Das Haus ihrer Großmutter in Colombo wird niedergebrannt, ihr Bruder Niranjan kommt in den blutigen Unruhen ums Leben.
Texas, 1993. Jaye ist noch ein Teenager, als ihre Mutter den Vater verlässt und sich Perry Cullen anschließt, einem messianischen Prediger, der von seiner Glaubensgemeinde nur »Lamb« genannt wird.
In Waco kommen beide auf Lambs Ranch unter und werden zunächst von den Alteingesessenen eifersüchtig beäugt. Doch was als Abenteuer beginnt, entwickelt sich zu einem Alptraum.
Auf der Ranch ist alles marode und versifft, die Arbeit ist hart und das Essen knapp.
Skerry, ein raues Fischerdorf an der schottischen Küste. Im Winter des Jahres 1900 wird die Gegend von einem schweren Sturm heimgesucht. Am Morgen danach entdeckt der Fischer Joseph einen kleinen Jungen am Strand, stumm und dem Tod nur knapp entronnen.
Für Dorothy, die örtliche Lehrerin, ist es ein Schock: Der Junge gleicht auf erschreckende Weise ihrem eigenen Sohn Moses, der vor Jahren spurlos verschwand.
Frau Mook hat schon viele Leben gelebt. Sie war Fluchtkünstlerin und Sklavin, Spionin und Terrroristin, Mutter und Mörderin, Hochstaplerin und Geliebte.
Jetzt beschließt sie ihren Lebensabend im Golden Sunset, einem Altersheim in der Millionenstadt Seoul. Dort spricht sie mit einer Nachrufschreiberin über ihr bewegtes Leben.
Ihre Geschichten streifen ein Jahrhundert koreanischer Geschichte, geprägt von radikalen Umbrüchen und brutaler Gewalt. Die japanische Kolonialzeit überlebt Frau Mook nur knapp, doch mit List gewinnt sie die Kontrolle über ihr Leben zurück …