Alles Stehende verdampft

Moskau

April 1986. Der dreizehnjährige Bauernsohn Artjom streift über die Felder und macht eine verstörende Entdeckung: Das Vieh blutet aus den Ohren und kurz darauf fallen die Vögel tot vom Himmel. Im benachbarten Tschernobyl ist der Reaktor explodiert.

In Pripyat und Umgebung evakuiert man die Bevölkerung, Artjom wird mit seiner Familie nach Minsk gebracht. Dort hoffen sie auf einen Unterschlupf bei Verwandten, doch man jagt sie fort wie Aussätzige.

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Chernobyl

Pripyat

Am 26. April 1986 findet im Kernkraftwerk Tschernobyl eine Notfallübung statt. Im Schaltraum liegen die Nerven aller Beteiligten blank, denn der Sicherheitstest soll trotz ungünstiger Bedingungen durchgezogen werden.

Während der Übung geraten die Abläufe außer Kontrolle, Schichtleiter Akimov drückt den Notschalter – und dann fliegt der Reaktor in die Luft. Eine gewaltige Explosion erschüttert das Kraftwerk, der brennende Reaktorkern liegt frei.

Aus Tschernobyls Schlafstadt Pripyat rückt die Feuerwehr an, doch im Angesicht der Katastrophe sind die Männer machtlos.

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Baba Dunjas letzte Liebe

Als der Reaktor passierte, war Baba Dunja fünfzig Jahre jung. Sie verließ ihr Heimatdorf Tschernowo und begrub bald darauf ihren Ehemann Jegor.

Sechzehn Jahre später kehrte sie als Erste zurück. Der wild wuchernden Natur trotzte sie das Haus und den Garten in mühevoller Kleinarbeit wieder ab. Jetzt hat Baba Dunja hat alles, was sie zum Leben braucht: Wasser aus dem Brunnen, Obst und Gemüse zieht sie im eigenen Garten.

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