Der Geschmack von Rost und Knochen

Szenenfoto - Der Geschmack von Rost und Knochen
Stéphanie liebt ihren Job als Waltrainerin / © Universum

Die selbstbewusste Stéphanie (Marion Cotillard) arbeitet an der französischen Mittelmeerküste als Waltrainerin in einem Marinepark. Abends geht sie gern aus und nach einer durchtanzten Nacht wird sie im einem Club angegriffen. Der Türsteher Ali kommt ihr zu Hilfe. Er interessiert sich für die attraktive junge Frau, aber Stéphanie weist seine Annäherungsversuche ab.

Ali ist Kampfsportler und alleinerziehender Vater eines fünfjährigen Sohns. Von dessen drogensüchtiger Mutter hat er sich kürzlich getrennt und ist bei seiner Schwester Anna und ihrem Mann untergeschlüpft, die sich selbst mehr schlecht als recht durchs Leben schlagen.

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Ein Unfall raubt Stéphanie die Lebensfreude / © Universum

Ein tragischer Arbeitsunfall raubt Stéphanie vermeintlich alles, was ihr im Leben wichtig war: Ihre Arbeit, ihre Freunde, ihren sportlichen Körper und ihre Attraktivität. Das Leben, so wie sie es geliebt hat, ist für Stéphanie vorbei. Sie zieht sich in ein Schneckenhaus zurück und verlässt kaum noch das Haus.

Ihre Freunde leben das alte Leben weiter und Stéphanie verliert allmählich den Kontakt zur Außenwelt. In einer Phase tiefster Depression kramt sie den Zettel mit Alis Telefonnummer hervor und ruft ihn an. Langsam entwickelt sich zwischen den beiden Außenseitern eine Beziehung, die Stéphanie hilft, ihr Schicksal zu meistern.

Doch bald gerät das fragile Gleichgewicht ihrer ungewöhnlichen Freundschaft ins Wanken.

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Anna hilft Ali auf die Füße zu kommen / © Universum

Schonungslos und mit voller Wucht

Der Film erzählt eine intensive Liebesgeschichte, die ans Eingemachte geht. Jacques Audiards Film ist alles andere als eine romantische Komödie á la Hollywood und auch kein ergreifender Schmachtfetzen. Schonungslos und mit voller Wucht konfrontiert der Film die Zuschauer mit Stéphs Verzweiflung und Alis gewaltgetränktem Leben.

Die düsteren emotionalen und wirtschaftlichen Verhältnisse von Stéphanie und Ali kontrastieren filmisch mit der sonnendurchfluteten Landschaft der französischen Mittelmeerküste. Das Licht ist sowohl gleißend als auch ein Hoffnungsschimmer, der sich für das ungleiche Paar am Ende eines beinahe unendlichen Tunnels auftut – inmitten der tief verschneiten  französischen Alpen.

Marion Cotillard (Kleine wahre Lügen) war für ihre ans Herz gehende Interpretation der ebenso verletztlichen wie verbitterten Stéphanie in 2013 für den Golden Globes nominiert, kurz darauf gewann der Film den französischen Preis César in vier verschiedenen Kategorien.

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