Lara

Szenenbild - LaraLara lebt in Berlin. Heute ist ihr sechzigster Geburtstag und eigentlich sollte es ein freudiger Tag sein. Ihr Sohn Viktor, ein begabter Pianist, gibt an diesem Abend das wichtigste Konzert seiner Karriere: die Aufführung seiner ersten eigenen Komposition.

Doch Viktor ist für Lara nicht erreichbar. Und es sieht nicht so aus, als ob er diesen Abend mit ihr teilen wollte. Auch sonst ruft niemand bei ihr an. Also muss Lara den Tag selbst gestalten. Kurzerhand kauft sie alle Restkarten für das Konzert und verteilt die Tickets unter flüchtigen Bekannten.

In Feierlaune kauft sich Lara ein extravagantes Kleid und beschließt, Viktor spontan im Theater zu besuchen. Doch ihr Ex-Mann schirmt den Sohn ab und bittet Lara inständig, Viktor diesen besonderen Abend nicht zu ruinieren.

Szenenbild - LaraAber Lara gibt so schnell nicht auf. Ausgerüstet mit einer übergroßen Torte fährt sie zu ihrem Elternhaus, wo Viktor derzeit bei Laras Mutter lebt. Während Lara auf ihren Sohn wartet, stöbert sie in seinem Zimmer und entdeckt die Komposition.

Welche Probleme und Dilemmata, Enttäuschungen und Illusionen begegnen uns, und wie gehen wir mit ihnen um? Denn sie machen uns zu dem, was wir sind - meistens gefangen im eigenen Leben und nie vollständig glücklich.
BLAZ KUTIN - Drehbuchautor

Als Viktor sich vorm Konzert daheim umziehen will, begegnet er seiner Mutter. Zögernd lässt er sich auf ein Gespräch über sein Werk ein und bittet seine Mutter schließlich um ihre Meinung. Lara bleibt sich selbst treu und fällt ein hartes Urteil …

Schonungslose Ehrlichkeit

Szenenbild - Lara»Lara« ist ein Film, der von verlorenen Träumen, verpassten Chancen und von Verbitterung erzählt. Lara war selbst eine begabte Pianistin, die aus Angst vor dem Scheitern ihre Profi-Karriere aufgab. Sie arbeitete in einem ungeliebten Job als Beamtin und konzentrierte ihren musikalischen Ehrgeiz auf Viktor, den sie ihn selbst am Klavier unterrichtete.

Kompromisslose Härte, das ist die Maxime, die den Umgang mit ihren Mitmenschen prägt, sei es in der Familie, an der Arbeit oder bei Begegnungen mit völlig Fremden. Laras freundliche Fassade kaschiert nur notdürftig ihr Desinteresse gegenüber anderen. Denn Lara kreist um ausschließlich um Lara. Egozentrisch wie sie ist, gelingt es ihr nicht, ihrem Sohn zu seinem Erfolg zu gratulieren. Stattdessen spricht sie am Abend seines Triumphes wieder einmal nur über sich selbst.

Szenenbild - LaraObwohl die Hauptfigur alles andere als sympathisch ist, gelingt Regisseur Jan-Ole Gerster ein anrührendes Frauenporträt, in dem die Gefühle unter einer versteinerten Oberfläche brodeln. Lara spiegelt unsere dunklen Momente und bittere Gefühle wie Eifersucht und Neid.

... selbst wenn wir so unglücklich sind, dass wir wissen, wir müssen etwas ändern, kommen wir kaum weiter als bis zu dieser Erkenntnis. Wirkliche Veränderung braucht wesentlich mehr Zeit, und sie passiert fast nie dann, wenn wir es wollen.
BLAZ KUTIN - Drehbuchautor

Corinna Harfouch (Was bleibt, Die Puppe) spielt Lara mit Bravour, ihre sparsame Mimik und gepresste Körpersprache drücken die ganze Verbitterung und Beherrschtheit ihrer Figur aus. In der Nebenrolle als Laras Sohn Viktor ist Tom Schilling (Oh Boy, Werk ohne Autor) zu sehen.

Kameramann Frank Griebe (Babylon Berlin) setzte auf eine sehr statische Kamera, mit der er die Strenge, Freudlosigkeit und Gefangenheit Laras visuell einfing. Die Musik zum Film komponierte der preisgekrönte Musiker Arash Safaian, eingespielt wurde sie von der Pianistin Alice Sara Ott.

Regisseur Jan-Ole Gerster (Oh Boy) drehte in Berlin, rund um Charlottenburg und den Tiergarten. Zu den Schauplätzen zählen das Hansaviertel, die Gegend um den Savignyplatz, das Ocar-Niemeyer-Haus, das Delikatessen-Geschäft »Rogacki« sowie das »Theater des Westens«.

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LaraStudiocanal© Studiocanal
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