Quarry

Szenenbild - Quarry
Joni und Mac feiern die Heimkehr / © Warner

Memphis, 1972. Mac Conway kehrt mit seinem Freund Arthur aus dem Vietnamkrieg in die Heimat zurück. Im Flughafen erwarten sie ihre Ehefrauen Joni und Ruth, draußen vor dem Eingang eine Menge aufgebrachter Demonstranten.

Arthur und Mac wollen so schnell wie möglich in ihr altes Leben zurück, aber ihre Bemühungen um einen Job und um Normalität scheitern. Aus Geldnot geraten sie in mörderische Kreise, deren Netzwerk sich entlang der Ufer des Mississippi ausbreitet. Als Arthur einen folgenschweren Fehler begeht, wird Mac erpresst.

Um das Leben seiner Frau Joni zu retten, wird Mac für den geheimnisvollen »Broker« zum Auftragskiller …

Die zerbrochenen Seelen der Heimkehrer

Mac und Arthur finden keine Arbeit / © Warner

Die Serie ist ein Genremix zwischen Thriller, Drama und Liebesgeschichte. Sie zeichnet das Bild der Stadt Memphis in düsteren Farben, als eine City legaler und illegaler Drecksjobs, in der die Diskriminierung der Farbigen deutlich spürbar ist. Weiße und Afroamerikaner leben weitgehend separiert, Rassisten zerren farbige Kinder aus ihren Schulbussen und schlagen sie beinahe tot.

Für die zurückgekehrten Vietnam-Soldaten fehlt es an Unterstützung und an Berufsperspektiven. Viele Männer leiden an Flashbacks, aggressiven Ausbrüchen und an Schlaflosigkeit, das Phänomen der posttraumatischen Belastungsstörung ist noch unbekannt. Wer aus der Rolle fällt, dem drückt die Army ein Faltblatt in die Hand und beglückwünscht ihn, alle Gliedmaßen mit nach Hause gebracht zu haben.

Der Broker macht Mac ein Angebot / © Warner

Vor diesem Hintergrund entspinnt sich die Geschichte von Joni und Mac Conway, einem jungen und sehr verliebtem Paar, das in einem schicken Bungalow lebt. Ihr ganzer Stolz ist der Pool im Garten, den der Leistungsschwimmer Mac einst mit eigenen Händen baute. In der Nacht erinnert das türkis funkelnde Rechteck an unbeschwerte Zeiten, die für Joni und Mac unendlich fern zu sein scheinen.

Als Mac ins Visier des eloquenten Bandenchefs »Broker« gerät, bestellt dieser ihn nachts in einen Steinbruch. Er tauft Mac auf den Namen »Quarry«, was »Steinbruch« oder aber auch »zerbrochen« bedeutet. Der neue Name wird zum Sinnbild des unberechenbaren Protagonisten, dessen Persönlichkeit der Krieg in Fragmente brach.

Joni steht Arthurs Witwe Ruth bei / © Warner

Die Story um das kriminelle Netzwerk wird temporeich und mit vielen Lokalbezügen erzählt. Wenn der Broker Quarry einlädt »gemeinsam Spaß zu haben« wird daraus ein Abend in alten Sklavenhütten, in denen der Blues gespielt wird und das organisierte Verbrechen illegale Glücksspiele betreibt. Die dunkelsten Momente der Serie führen Quarry an das Ufer des Mississippi, wo er eine Kriegsschuld sühnt und doch stets der Handlanger des Brokers bleibt.

Den Machern der Serie ist es gelungen, die düstere Story in ausdrucksstarke Bilder zu übersetzen. Nachtszenen erzählen vom gewaltgetränkten Leben einer kriminellen Halbwelt und erinnern nicht nur visuell an die Südstaaten-Serie »True Detective«.

Der Broker pflegt seine weiße Weste / © Warner

Daneben punktet »Quarry« mit dem lebendigen Sound des Blues und des Souls. Viele Figuren haben eine besondere Liebe zur Musik: eine Schallplatte beschwört Erinnerungen herauf, Live-Musik beschert Momente des Glücks. Die in der Serie auftretenden Solisten und Bands spielten während der Dreharbeiten tatsächlich live vor ihrem schauspielerndem Publikum. Ein Kunstkniff, der die vibrierende Stimmung auf die Leinwand überträgt.

Das internationale Ensemble überzeugt in Haupt- und Nebenrollen, der in den Südstaaten aufgewachsenen Logan Marshall-Green als Mac Conway alias Quarry, der Australier Damon Herriman in der Rolle des schwulen Auftragskillers Buddy, sowie der aus »Trapped« bekannte Isländer Ólafur Darri Ólafsson als Glücksspiel-König Credence Mason.

About Quarry (en.)

In Rückblenden wird erzählt, an welchem Verbrechen Mac und Arthur in Vietnam beteiligt waren. Zwei starke Szenen finden sich dabei im Bonusmaterial, welches die pseudo-dokumentarische Befragung der GIs im Super-8-Stil zeigt. Unbedingt anschauen!

Die Filmmusik, die leider nicht als Soundtrack erhältlich ist, stammt neben den Live-Gigs der »Quarry Show Cast« unter anderem von Van Morrison, Otis Redding, Chris Thomas King, Shirley Ann Lee und Al Green.

QuarryWarner
Anzeigen
Ähnliches entdecken
Anzeigen